Ich verzichte hier nun bewusst auf Bilder, da es hier mehr um einen Erfahrungsbericht für Ineressierte geht 😉 Leider habe ich keine Bilder von den konkreten Arbeitsvorgängen mehr – das ärgert mich zu tiefst. Aber naja, viel Spaß beim Lesen:

How to buil a longboard completly by your own?

„Selber machen ist manchmal ziemlich bekloppt, aber geil!“ … So ungefähr war das bei diesem Projekt auch, denn von Geld sparen oder „nicht auf die Post warten“ müssen, können wir hier definitiv nicht reden. Auch, wenn es am Anfang anders geplant war.

Ende 2017 reifte die Idee von dem Bau eines eigenen Longboards – wir nennen es liebevoll „Brett“ – ,obwohl ich mit diesem Thema eigentlich nie viel zu tun hatte. Skateboards und dessen Verwandte haben es mir eigentlich nie so richtig angetan. Ich war einfach von der Zweckhaftigkeit und Funktionakität nicht überzeugt. Das Fahrrad oder meine Drohnen haben es mir da schon wesentlich mehr angetan. Doch die Symbiose aus „cruisen“ und motorlos auf Rädern unterwegs sein, brachte dann doch einen Stein ins Rollen, den ich so vorher vermutlich achtlos am Stand liegen gelassen hätte. Für mich war klar, wenn dann Brett, dann ein chilliges Longbaord zum „Touren“ machen und das hat sich definitiv auch bewährt 😉

Nachdem die Entscheidung „Longboard“ dann feststand, hieß es erstmal planen, recherchieren und informieren. Da ich mich zuvor nie mit diesem Thema befasst habe und auch noch nie so wirklich eigene Erfahrungen auf einem Skateboard oder ähnlichem gesammelt habe, musste ich ersmtal grundlegende Fragen klären und klar stellen, auf was es bei einem solchen Projekt im Endeffekt ankommt.

Die Überlegungen zur Gestalung des bloßen Holzbrettes gestalteten sich als eher unkompliziert. Die Form war relativ zügig auf Resten von Fotostudiohintergrundkarton aufgetragen und probegesatnden. Zu Beginn wirkte die ganze Sache ziemlich groß, weil ich echt verdammt viel Platz hatte. Wenn ich mir aber machne Longboards anschaue, die es zu kaufen gibt, dann ist mein Brett noch harmlos und eher in Babyformat 🙂 Die allermeisten würden jetzt das Holz rausholen, kleben und dann die gekauften Achsen inklusive Räder montieren. Ich dachte mir aber so: „Ne wann dann, richtig!“ Also stand für mich als nächstes die Planung der Achsen an, was zunächst eine dezente Überforderung darstellte. Zum einen handelt es sich bei den meisten Skateboard – oder Longboardachsen um Gussteile, die durch eine einheitliche Form entstehen. Da ich aber bedauerlicherweiße keinen Hochofen im Keller stehen habe, blieb mir nur die Fertigung aus einzelnen Metallplatten, die ich dann am Ende miteinander verschweiße. Gute Idee! Nur blöd, wenn man weder ein Schweißgerät noch das nötige Wissen und die Erfahrung dafür hat. Na und? Dann besorgen wir uns das halt. Gedacht, getan. Bevor es mit dieser Geschichte weitergeht, hier noch kurz die zweite Herausforderung: Solche Achsen müssen ja nicht dur die Optik von selbigen haben, sondern auch eine spezielle Funktion erfüllen – Stabilität, Lenkung, Radaufnahme und eine gewisse „Softness“ sind nur ein paar Kriterien, auf die es ankommt. Die größte Frage, die es zu klären gab, war jene nach dem „perfekten“ Winkel, denn der Kingpin (Sozusagen eine lange Schraube, die die beiden Achsteile zusammenhält und die Aufnahme für die sogenannten „Bushings“ darstellt.) muss eine ganz bestimmt Gradzahl zur horizontalen Ebene des Brettes aufweisen. Ansonsten wird ein lenken unmöglich.

Da ich dazu neige, alles verstehen und nicht nur glauben zu wollen, saß ich an mehreren Abenden bestimmt mehrere Stunden da und habe überlegt, wie der Einfluss des Winkels physikalisch zu erklären ist – totaler Spiner, dieser Junge. Leider sind meine Recherchen schon eine ganze Weile her, aber soviel kann ich noch sagen: Je größter, also steiler der Winkel ist, desto „agiler“ ist das Lenkverhalten. Wenn ich mit nicht irre warren 50° so ziemlich die maximale Gradzahl, die von Unternehmen angestrebt wird. Ich habe mich schlussendlich für 42-45° entschieden, da ich ja lieber einen gemütlicheren Crusier haben wollte. Bei dem zweiten Brett – einem wesentlich kürzerem Pennyboard – habe ich dann allerdings die 50° bevorzugt, weil hier die Agilität im Vordergrund stand ;D.

Um diesen ersten Teil nicht allzu lang zu machen, möchte ich ihn an dieser Stelle einmal abrechen. Eine detaillierte Bauanleitung bzw. Beschreibung würde wohl ein ganzes Buch ausfüllen, denn es gibt noch deutlich mehr relevante Daten und Umstände, die man allein bei der Planung beachten sollte. Mir geht es hier eigentlich nur um einen groben Überblick und, dass ich sptäter auch selbst noch weiß, wie ich das „damals“ angestellt habe 😉 – Vielleicht kann ich irgendwann mal darüber lachen, weil ich feststelle, wie kompliziert ich mir die Dinge eigentlich gemacht habe.

Jedenfalls hat es ungefähr 2 Monate von der Idee, den ersten Überlegungen, Recherchen, den Skizzen und schließlich bis zum anfertigen der Technischen Zeichnungen gedauert, die Millimetergenau angefertigt werden mussten, weil ich sie später als Schablonen für die Einzelteile verwendert habe. Erst während den ersten Skizzen habe ich festgestellt, wie wesentlich die Beachtung von Materialstärken, Schweißnähten und dadruch entstehende Verzerrungen oder überschüssiges Material und Toleranzen bei der Umsetzung ist. Das hat meine Befürchtungen um weiten gesprängt und zu vielen „Neuzeichnugen“ geführt.

Tja, es ist halt auch kompliziert, wenn man Materialstärken mit einberechnen möchte, aber noch nicht mal eine Idee hat, welche Stahlstärke man verbauen möchte, haha. Ja, auch solche banalen Probleme kosten einiges an Zeit und Nerven ;O

So, das wars jetzt für heute. Ist ja fast so schlimm wie ein Aufsatz in der Schule – nur, dass ich hier Spaß daran habe, meine Gedanken und Erinnerungen aufzuschreiben und ich euch hoffentlich ein bisschen inspirieren konnte. Wenn ihr wissen wollt, warum ich bei diesem Projekt fast mein Leben gelassen hätte, schaut auch beim nächsten Blogbeitrag wieder vorbei!

Veröffentlicht von Manu

Mit dem Baujahr 2001 bin ich in meiner Branche noch ziemlich frisch - praktisch noch ein Neuwagen. Den ein oder anderen Ölwechsel durfte ich schon erleben, wobei mir mein Motor von Zeit zu Zeit einige Probleme bereitet. Aus diesem Grund existiert auch dieser Blog, denn ich möchte euch an der Reperatur teilhaben lassen und das Wissen, was ich mir dazu täglich aneigne mit euch teilen, damit auch Ihr effiziente und erfolgreiche Mechaniker eurer selbst werden könnt. Meine Betriebssoftware macht hingegen einen sehr soliden Eindruck und entwickelt sich immer weiter. Vielleicht ist sie eines Tages in der Lage, sich selbst zu reparieren, heilen und zu pflegen.

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