Um die Moaris, den Ureinwohnern von Neuseeland ranken sich viele Mythen. Forscher und Historiker sind sich stark uneinig über die Art und den Zeitpunkt ihrer Ankunft auf dem „Land der langen weißen Wolke“ (Aotearoa – Neuseeland auf Maori). Fest steht jedoch, dass die Besiedlung nicht später als ins 14. Jahrhundert hineinreichte und die Maori ein eher kriegerisches Volk wahren. Ihre Ehre gilt Ihnen bis heute als wichtigstes Gut. Spätestens ab dem Zeitpunkt der Besiedlung, wo sie festgestellt haben, dass einige Landstriche fruchtbarer als die anderen waren, nahmen die Konflikte zwischen den Gruppen („hapu“) ihren Lauf – es ging um Land, Ehre und nicht zuletzt auch um Rache.
Da Neuseeland durch seine Insellagende schon von je her ein recht isoliertes Land war, gestaltete sich die Entwicklung der Maori-Völker langsamer als vergleichbare Völker dieser Erde. Die Möglichkeit des „Abschauens“ und Vergleichens war durch die Insellage umso schwieriger geworden. Dieser Umstand machte das Aufeinandertreffen zwischen den Maori und anderen Völkern nicht gerade zu angenehmen „Plauderverantstaltungen“. 1642 setzte der ertse Europäer einen Fuß auf Neuseeländischen Boden, gefolgt von James Cook, der die Nord – und Südinsel im Jahre 1769 bereiste und kartografierte. Die Besiedlung der Europäer brachte natürlich große Schwierigkeiten mit sich und durch die technologische „Unterentwicklung“ der neuseeländischen Ureinwohner, gestaltete sich die Unterdrückung der Maori durch die Europäer relativ leicht. Das hatte natürlich schwerwiegende Folgen für jeden, der sich gegen die europäischen Lebensgewohnheiten und Standarte wehrte – und nicht wenige Maori versuchten verständicher weiße auch ihre Kultur und Traditionen zu bewahren – wer würde das nicht? Aber gegen die Macht der Europäer hatten sie kaum eine Chance.
Ursprünglich stammen die Maori aus dem Südostasiatischen Raum, so zumindets die Theorie einiger Quellen. Alleine diese Kulturen weichen ja schon stark von jenen aus Europa ab.
Allerdings müssen wir noch zwei weitere Aspekte betrachten, die die Zahl der Moari nach der Ankunft der Europäer deutlich schrumpfen lies. Zum einen schleppten die europäischen Siedler allerhand Keime in das Land ein, auf die die Maori in keinster Weise eingestellt waren, weshalb etliche ihr Leben an Grippe und Masern lassen mussten. Zum anderen konnten die Maori nun die deutlich effektiveren und tödlicheren Waffen nutzen um gegen sich selbst vorzugehen. Die gewaltsamen Konflikte zwischen den Einheimischen und die anschließenden Rachezüge, fielen durch Gewehre und co deutlich blutiger aus!
Natürlich gibt es zur Geschichte der Maori noch deutlich mehr zu sagen, aber es geht mir hier nur um einen groben Überblick, denn schließlich will ich die Kultur und heutigen Umstände der Maori nicht völlig außer Acht lassen 😉
1960 wurden die Maori dann endlich von der Neuseeländischen Regierung als politische Kraft anerkannt und im Jahre 2008 haben sich beide Parteien auf ein Umfassendes Entschädigungspaket geeinigt: Heute sind die Maori die größten Waldbesitzer des Landes.
Wenn wir uns nun die Traditionen und Bräuche dieses indigenen Volkes anschauen, könnte uns bei einem Spaziergang durch die Natur Angst und Bange werden. Schließlich ist die Wahrscheinlichkeit durch ein ihrer Waldgebiete zu stromern seit 2008 ziemlich groß.
Die Maori hatten die seltsame Angewohnheit die Köpfe ihrer Gegner mitzunehmen, Augen und Gehrin zu entfernen und in diese Öffnungen dann eine gummiartige Masse zu füllen. Anschließend wurden die Köpfe dann gekocht und in der Sonne getrocknet. Für eine längere Haltbarkeit haben sie nach dieser Prozedur aber immer noch keine Kosten und Mühen gescheut und selbige auch noch mit einer Heilsalbe einbalsamiert. Und das alles nur, um ihre Gegner jederzeit verspotten zu können. Damit aber nicht genung. Es existierte sogar ein „Spiel“, für das sie die Köpfe aufschlichteten und an oberste Stelle den Kopf des Anführers platzierten. Die Aufgabe der Mitspieler bestand nun darin diesen obersten Kopf mit einem Stein oder einem anderen Kopf zu bewerfen und treffen – schon ein bisschen verrückt oder? Im Laufe der Recherche stelle ich immer mehr fest, dass die Maori irgendwie seit jeher ein sehr von Hass geprägtes Volk sind. Zumindest macht das den Eindruck auf mich, wenn ich von solchen Praktiken höre. Zudem war das noch nicht alles: Lange wahren sich Forscher nicht einig, aber heute weiß man, dass die Maori auch Kanibalisumus betrieben haben. Nicht aber etwa, weil sie Hunger hatten, sondern um ihre Gegner zu demütigen. Aber wenn wir ehrlich sind: So gut wie alle indigenen Völker hatten so ihre „Eigenheiten“. Schließlich war das Leben damals in keinster weiße mit unserem heutigen Luxusleben in Deutschland zu vergleichen.
Die Kultur der Maori hat aber nicht nur ihre Schattenseiten. Der traditionelle Tanz – die „Haka“ – versprüht zwar auf den ersten Blick auch nicht unbedingt Liebe und Friedlichkeit und diente im Grunde auch zur Einschüchterung ihrer Gegner. Aber damals wie auch heute hat sie eine weitaus größere Bedeutung für die Stämme der Maori. Sie dient nicht nur zur Motivation, sondern auch zur Begrüßung und zum „äußeren Ausdruck der Stimmung des Inneren.“ Viele Neuseeländische Sportler motivieren sich zu Beginn eines Wettkampfes mit der Haka und mobilisieren ihren Teamgeist. In Deutschland existiert heute sogar ein Sportprogramm für Körper, Geist und Seele, der teils von der Haka inspiriert wurde. Es nennt sich „Aroha“ und wurde von Bernhard Jakszt entwickelt. Wer mehr darüber erfahren möchte, findet hier allemöglichen Informationen aus erster Hand. Den Sport in Aktion könnt ihr euch auch auf der Facebookseite meiner Mum anschauen.
Nicht weniger motivativ und traditionell sind die markanten Tattoos, die die Maori im Gesicht, aber auch auf dem Rücken tragen. Jede einzelne Linie soll für Mut und Stärke stehen. Sie werden teils in jungem Alter mit scharfen Kratzern und Schabern aus Knochen in die Haut geritzt und anschließend durch Stiche und schwarzer Farbe aus Pilzen oder verkohltem Holz in der Haut verewigt. Die Haut ist anschließend sehr stark vernarbt, was ziemlich beängstigend wirken kann. Naja, vielleicht sollte ich mir in Neuseeland auch einfach so ein Tattoo im Gesicht stechen lassen. Dann fallen die Narben durch meine Akne in meinem Gesicht überhaupt nicht mehr auf 😉
Auch wenn die Maori leider nach wie vor ingesamt deutlich weniger gebildet und deutlich häufiger krank sind, lebt die Kultur in ihnen weiter und ist auch heute noch ein großer Bestandteil der Neuseeländischen Gesellschaft.
Sobald ich dann endlich in Neuseeland bin, wird sicherlich noch das ein oder andere zu den Ureinwohnern Neuseelands kommen. Aber für das erste soll es an dieser Stelle erstmal genug sein. So viel Text liest sich doch kein Mensch mehr durch ;D
Eins vielleicht noch: Die Maori haben ihre Stammesmitglieder übrigens gleich zwei mal bestattet. Klingt komisch – ist es auch. Nach einer dreitägigen Trauerphase während Der der Sarg immer offen ist und von engen Angehörigen betreut wird, kommt er unter die Erde. Nach ca. einem Jahr wird der Leichnahm wieder ausgebuddelt und dessen Knochen gesäubert, rot angemalt und erneut druch eine Szeremonie beerdigt. Krass.
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