Da ihr bestimmt schnell wissen wollt, warum mich dieses Projekt fast mein Leben gekostet hätte, bringe ich die Sache mit den Holzarbeiten an dem „Deck“ möglichst schnell hinter uns.

Die Form und größe von dem Brett stand ja wie bereits erwähnt ziemlich schnell fest. Ich habe die Vorlage zwar dann doch nicht eins zu eins umgesetzt, weil ich die Sperrholzplatten ein wenig ökonomisch sinnvoller ausnutzen wollte, aber im großen und ganzen habe ich mich an meine Ursprungsidee gehalten. Da es im Baumarkt keine Buche gab, musste ich mich im Endeffekt für Kiefernholz entscheiden, was eigenltich auch gar nicht so verkehrt war. Durch die recht weiche Kiefer hat das Board eine angenehme „Federung“ und Fahrdynamik. Bodenwellen und allgemein sämtliche Vibrationen werden unfassbar gut kompensiet, sodass der Fahrspaß ohne zitternde Beide von statten geht 😉

Das zuschneiden der Platten auf die grobe Form brachte eher wenig Probleme mit sich. Da Holzleim immer unter Druck verarbeitet werden muss und das Deck ja auch eine gewisse Biegung aus Stabilitäts- und Platzgründen, aufweisen sollte, habe ich mir kurzer Hand eine Presse gebastelt. Neben zwei Klappleitern als Stützen, dienten mir die Holzbalken unseres altesn Spielturmes als Grundgerüst für die Presse. Um die gewünschte Biegung auch umzusetzen habe ich auf den Holzbalken kleinere Holzstücke befestigt um sozusagen eine „Negativform“ herzustellen, in die das Deck dann schließlich hinein gepresst werden sollte. Als Pressen dienten mir einfache Gewindestangen mit Muttern zum schrittweisen anziehen und weitere Holzbalken als Gegenstücke. Das Deck, welches aus drei Sperrholzplatten aus jeweils nochmal drei Einzelplatten besteht, habe ich so ca. 30 Stunden mit dem Holzleim gepresst und kurz nach Silvester aus seinr Zwangshaltung befreit. Jetzt hieß es: Hobeln, schleifen und anpassen.

Oha und jetzt hätte ich fast das wichtigste vergessen. Bevor ich die Löcher für die Achsen gebohrt habe, wobei mir ein Laser wirklich sehr hilfreich war und das Holz lackiert habe, stand natürlich noch eine ganze andere Sache an! Die Gestaltung. Zwei Tage lang habe ich diesen Widderkopf mithilfe eines Lötkolbens in das Holz gebrannt. Das war eine ziemliche Sauarbeit. Vorallem, weil man Angst hat, das Brett oder Muster zu zerstören. Trotz den kleinen Macken, die sowohl die Form, als auch die Zeichnung haben, bin ich sehr zufrieden, denn das macht ja das Individuelle Gesamtbild aus.

Jetzt wisst ihr zumindest schonmal, wie das Deck enstanden ist und wie die Holzarbeiten so abgelaufen sind. Ach ja, lackiert habe ich den ganzen Spaß dann mit einem klarem Bootslack. Wen interessiert das eigentlich?

Da das Deck nun keiner Arbeit mehr bedurfte, standen jetzt die Achsen an. Und hier passiert es – beinahe hätte ich meinen Kopf verlieren können. Damit ich auch nur irgendetwas schweißen konnte, musste ich zunächt die Einzelteile aussägen. Mit der Laubsäge hört der Spaß bei 4mm starkem Metall dann aber sehr schnell auf, weshalb ich mich erstmal um einen Winkelschleifer kümmern musste. Nach kurzer Recherche, bin ich auf Amazon auch ziemlich schnell fündig geworden. Da ich etwas ordentliches haben wollte, habe ich mich für einen Makitawinkelschleifer entschieden, an dem ich auch absolut nichts auszusetzen habe 😉 Ich hatte einen heiden Respekt vor dem Teil, als ich es das erste Mal – zunächst ohne Trennscheibe – angeworfen habe. Kein Wunder, denn 2000 Watt und 6kg Gewicht in der Hand merkt man sehr deutlich – und dann noch die Geräuchskulisse! Ohne Brille und Ohrenschützer geht da gar nichts. Aber, bitte Leute. Wenn ihr an Maschinen arbeitet, die sich drehen, tragt bitte keine Handschuhe! Das kann schlimme Folgen haben.

Nun ja. Dann kam der Moment der Wahrheit. Ich montierte die 230mm Metalltrennscheibe an dem Winkelschleifer, klemmte den Strom wieder an und verschaffte mir einen sicheren Stand. Was ich zu diesem Zeitpunkt aber nicht wusste: Man sollte die Scheibe auch richtig herum – mit der rauen, unbedruckten Seite nach oben – montieren…ansonsten kann es zu einer solch gefährlichen Situation kommen, wie bei mir. Ich werfe das Gerät an und halte es in die Höhe. Keine vier Sekunden später sehe ich nur noch, wie sich die Sicherungsmuffe ablöst und die Trennscheibe mit einem Affenzahn, drehend aus der Flex in Richtung meines Körpers rast. Ganz knapp rast Sie an meinem Hals vorbei und spickt schließlich hinter mir in die Erde ein – heilige Scheiße, hab ich einen Schreck bekommen.

Danach habe ich das Höllending zwei Tage nicht berührt bis ich meinen Fehler entdeckt habe. Irgendwie musste es ja gehen und später habe ich meine Makita auch wirklich lieben gelernt, weil es ein leichtes war durch das Metall zu gleiten. Dass es aber schlauer ist, Stahl mit dünneren Stahltrennschreiben und nicht mit dicken Metalltrennscheiben, zu bearbeiten, habe ich leider erst viel zu spät festgestellt.

Das ausschneiden und schleifen von den einzelnen Teilen war eher eine Fleißarbeit und weniger interessant. Daher überspringen wir das und kommen direkt zu einem wirklich spannendem und für mich sehr neuem und collen Thema: Das schweißen! Nicht nur, dass es mir so viele neue Möglichkeiten in der Zukunft bietet, sondern auch die gewaltigen Temperaturen und Energien, die dabei entstehen, haben etwas ganz besonderes – das perfekte Männerspielzeug! Es ist heiß, hell, gefährlich und super cool 😉 Darum und um die nächsten Schritte soll es aber in Teil 3 gehen!

Danke fürs lesen und eine schöne Restwoche, wünsche ich euch! Lasst gerne einen Kommentar da, teilt es und sagt es weiter – würde mich freuen.

Veröffentlicht von Manu

Mit dem Baujahr 2001 bin ich in meiner Branche noch ziemlich frisch - praktisch noch ein Neuwagen. Den ein oder anderen Ölwechsel durfte ich schon erleben, wobei mir mein Motor von Zeit zu Zeit einige Probleme bereitet. Aus diesem Grund existiert auch dieser Blog, denn ich möchte euch an der Reperatur teilhaben lassen und das Wissen, was ich mir dazu täglich aneigne mit euch teilen, damit auch Ihr effiziente und erfolgreiche Mechaniker eurer selbst werden könnt. Meine Betriebssoftware macht hingegen einen sehr soliden Eindruck und entwickelt sich immer weiter. Vielleicht ist sie eines Tages in der Lage, sich selbst zu reparieren, heilen und zu pflegen.

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