Aktuelle Reisehöhe: 35’000ft.

Mit exakt 1000km/h fliege ich gerade über die Berglandschaft der Türkei. In ca. 5 Minuten verlassen wir den türkischen Luftraum. Die Außentemperatur ist mit stolzen -45°C ziemlich frisch und dennoch ist es angenehm warm im Flugzeug. Ich sitze ziemlich weit hinten, rechts am Fenster. Die Sonne steht uns mittlerweile nahezu auf Augenhöhe gegenüber. Sie spiegelt sich gelegentlich in der Tragfläche dieser Boing 777 und erwärmt meinen Kopf hinter der Scheibe. Auf dem Bild ist unter uns das schwarze Meer zu sehen 🙂

Seid gestern sind so viele spannende Dinge passiert – ich fange am besten ganz von vorn an 😉

Nachdem wir gestern gut in Frankfurt angekommen und zielstrebig in Richtung Main-Tower marschiert sind, fanden wir uns plötzlich in mitten einer Filmproduktion wieder. Neben den protzigen Motorengeräuschen der zahlreichen Sportwagen, waren plötzlich die Propeller einer unübersehbar großen Drohne über uns hörbar. Daraufhin folgte Rauch, dann ein Porsche mit Kamerakran und anschließend eine Filmcrew, die verzweifelt versuchte unsere deutsche „Ungedulds-Mentalität“ in den Griff zu bekommen. Letzendlich stellte sich heruas, dass es sich um einen Werbefilm für Nissan handelte – ganz schön viel Aufwand für so ein kleines Auto 🙂

„Russian Arm“

Da mich alles rund um den Filmdreh ziemlich stark interessiert, haben wir uns recht lang bei der Crew und den „Einsatzfahrzeugen“ aufgehalten. Aber es hat sich gelohnt, denn es war super interessant. Wenn man aus einem Ort kommt, der sich nicht zwischen ländlichem Dorf und städtischer Stadt entscheiden kann – so wie ich – kommt man aus dem Staunen vor lauter Sportwagen gar nicht mehr heraus. Wenn man bei uns mal einen Porsche 911 sieht, ist das etwas besonderes. In Frankfurt sind die schon regelrecht langweilig, weil sie fast häufiger zu sehen sind als stink normale Kombis. Allerdings ist mir in Frankfurt das Problem mit den SUV’s erst richtig klar geworden. (By the way: Unter mir tuen sich gerade die endlosen Weiten der Wüste auf – irgendwie ziemlich spektakulär, Sand, Felsenformationen, die sich wie Linien bis ins Unendliche erstrecken, Sand und noch mehr Sand.)

Jetzt mal ernsthaft: Wer braucht SUV’s wirklich? Viel mehr Platz als ein normaler Kombi bieten die im Kofferraum nicht. Wenn man wirklich viel transportieren will, dann ist man mit einem Transporter oder PickUp deutlich besser bedient. Wer fährt mit seinem Hochglanz-SUV wirklich ins Gelände, wo schickes Statussymbol auf raue Natur trifft? Dann macht ein Geländewagen doch auch deutlich mehr Sinn? Mehr als im wahrsten Sinne des Wortes „dicke Protzkarren“ sind SUV’s doch nicht. Warum lässt sich der Staat diesen sinnlosen Spaß nicht besser bezahlen? Naja egal darum soll es nicht gehen – wir landen in 1h und 45min – und bis es soweit ist, möchte ich ja noch weiter erzählen 😉

Auf dem Weg zum Main-Tower haben wir noch fix unsere Flüssigkeitsreserven in einem Café aufgefrischt und sind anschließend durch die Altstadt zum Tower gelaufen – eine Stunde mussten wir anstehen, doch der Ausblick hat sich sehr gelohnt! Nur eins hat mich dann doch vom wesentlichen – dem weiten Blick – abgelenkt: Der Hunger! Also nichts wie runter vom Turm und irgendetwas essbares finden. Normalerweiße dauert das bei unserer Family immer Stunden, bis wir etwas passendes gefunden haben, aber in Frankfurt ging es mal super schnell! Ein thailändisches Restaurant hat uns überzeugt und zu meiner Zufriedenheit auch ein umfassendes, veganes Menü auf der Karte gehabt. Kurz gesagt: es war lecker!

Mittlerweile sind wir südöstlich von Baghdad und werden auch allmählich langsamer – „nur“ noch 800km/h.

Unser Hotelzimmer war eigentlich echt schön, dennoch konnte ich kaun schlafen – vermutlich war die Aufregung dann doch zu groß. Nach einem tränenreichen Abschied kurz vor der Sicherheitskontrolle am Flughafen hieß es dann erstmal anstehen und warten. Tja – und die Sicherheitskontrolle war dann alles andere als cool. Ich musste mein komplettes Handgepäck auseinandernehmen, weil es ja im Grunde nur aus Technik besteht. Danach folgte das volle Programm: Abtasten am ganzen Köper – mir hat noch nie zu vor ein Mann in den Schritt gefasst… -, Schuhe aus und Füße abtasten – der arme Beamte -, Drogencheck beim Rucksack und bei mir und dann lauter Panik wieder versuchen eine halbwegs brauchbare Ordnung im Rucksack herzustellen. Da das ganze nun ziemlich lang gedauert hat, absolvierte ich den Gang zum passenden Gate, was natürlich eins der Letzten sein musste, mit schnellen Schritten. So, und jetzt sitze ich hier im Flugzeug und habe die erste Teilstrecke fast geschafft 🙂 Der Sitzplatz neben mir ist sogar frei, was ziemlich cool ist – UND – das Essen war lecker 😉 Es gab so eine Art Maisfladen, dazu Reis mit einer typisch asiatischen Sauce aus Kidneybohnen, Tomate und Kokosmilch. Als Nachtisch war noch ein Brötchen, vegane Butter, ein Obstsalt und salzige „Cracker“ dabei. Ich bin definitiv gut satt jetzt und brauche mir keine Sorgen um einen hungrigen Magen machen.

Sooo, ich muss einwenig Handyakku schonen und beende meinen ersten kleinen Reisebericht hiermit! Hoffentlich geht beim umsteigen alles gut 🙂

Tschau aus 10’000 Metern Höhe, kurz vor Kuwait City!

Veröffentlicht von Manu

Mit dem Baujahr 2001 bin ich in meiner Branche noch ziemlich frisch - praktisch noch ein Neuwagen. Den ein oder anderen Ölwechsel durfte ich schon erleben, wobei mir mein Motor von Zeit zu Zeit einige Probleme bereitet. Aus diesem Grund existiert auch dieser Blog, denn ich möchte euch an der Reperatur teilhaben lassen und das Wissen, was ich mir dazu täglich aneigne mit euch teilen, damit auch Ihr effiziente und erfolgreiche Mechaniker eurer selbst werden könnt. Meine Betriebssoftware macht hingegen einen sehr soliden Eindruck und entwickelt sich immer weiter. Vielleicht ist sie eines Tages in der Lage, sich selbst zu reparieren, heilen und zu pflegen.

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2 Comments

  1. Ich wünsche dir ganz viele positive Erlebnisse und freue mich zu lesen, wie aus dem schüchternen Kleinstadtjungen, langsam ein Weltbürger wird, wooh.

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