Seit dem letzten Blog sind zwar nur wenige Tage vergangen, aber tausend Dinge passiert. Nachdem ich die letzten Worte des letzten Beitrages hier geschrieben habe, waren wir noch ca. 45 Minuten von Abu Dhabi entfernt. Der Pilot (oder eher Autopilot 😉 ist langsam in den Sinkflug gegangen und man konnte die ersten Lichter in der Ferne sehen, denn es war bereits stockdunkel. Das erste, was mir aufgefallen ist, waren die absurd rießigen Kreisverkehre, die die Araber in die Wüste gebaut haben – nun gut, die haben ja anscheinend genug Platz dafür 😉
Die Landung war eigentlich so unspektakulär, dass sie fast keiner Erwähnung bedarf, doch die ersten Schritte aus dem Flugzeug waren alles andere als „normal“. Im Flugzeug wurde bereits die Außentemperatur in Abu Dhabi angezeigt: nette 35°C mitten in der Nacht. Wir haben uns also schonmal auf kuschelige Temperaturen eingestellt, wurden aber dann doch von der unfassbar hohen Luftfeuchtigkeit überrascht. Nur einen Schritt aus dem Flugzeug und Zack, von oben bis unten pitsche patsche nass! Zu unserer „Freude“ haben wir am letzten Ende des Flughafens geparkt und durften uns bei den äußeren Umständen in einen völlig überfüllten Bus quetschen um dann erstmal 10 Minuten zum Terminal zu fahren. Habt ihr schonmal Stau auf dem Rollfeld erlebt? Nein? Ich jetzt schon, bei 35°C, 1000000% Luftfeuchtigkeit, mit Pulli, Winterjacke, 15kg Gepäck und mehrere dutzend Leute dicht an dicht in einem unklimatisierten Bus. Egal – die Euphorie war groß, denn der erste Schritt war gemacht, auch, wenn der 14 Stunden-Flug erst noch vor mir stand xD
Wie sollte es anders sein: Obwohl wir eigentlich nur Transitreisende waren, mussten alle nochmal komplett durch die Sicherheitskontrolle. Also hieß es wieder: komplettes Handgepäck auseinandernehmen und Laptop einzeln aufs Band legen. Zum Glück ist dem Mädchen, das neben mir im Flugzeug saß noch eingefallen, dass sie ja noch Wasser in ihrer Trinkflasche hatte. Bei mir war das nicht anders, denn im Flugzeug gab es unerwartet viel zu trinken 😉 Was macht man also 5 Meter bevor man an der Reihe zur Sicherheitskontrolle ist und noch einen halben Liter „illegales Wasser“ im Gepäck hat (…und keine Pflanze in der Nähe ist, die sich über Flüssigkeit freut…)? Richtig – exen und zwar so schnell, wie es nur irgendwie geht. Mein Adrenalinspiegel war auf Level 1000 von 100 als ich mir endlich die unangenehm warme Flüssigkeit einverleibt hatte, haha 😀
Nach der Kontrolle dann die Ernüchterung: 1h und 20min Verspätung. Mir dämmerten schon die Folgen, als sich mein Adrenalinspiegel wieder halbwegs normalisiert hatte und ich wieder in der Lage war, einfache mathematische Rechnungen durchzuführen. Der Anschlussflug nach Auckland müsste schon dolle Verspätung haben, damit ich den jetzt noch schaffe. Naja zu allem Übel haben wir dann auch noch eine halbe Stunde auf Starterlaubnis warten müssen, weil auf dem Flughafen zu viel Betrieb war. Wenigstens saß ich dann wirklich in einer Boing 787, die auch deutlich moderner war 😉 Tja, eigentlich gibt es auch noch jede Menge zu dem Flug nach Brisbane zu sagen. Zum Beispiel, dass man beim Start einen super Blick auf die Skyline von Abu Dhabi und das Ferrarizentrum sowie auf die Rennstrecke hatte, es deutlich weniger zu trinken, dafür viel zu viel Essen gab oder, dass sich der Flug gegen Ende hin wie eine Ewigkeit angefühlt hat. …aber das würde hier jetzt den Rahmen sprengen.
Der Flug über Australien hat fast vier Stunden gedauert. Da hat man mal gemerkt, wie rießig dieses Land eigentlich ist! Als wir dann endlich in den Landeanflug auf Brisbane gegangen sind, ist mir schon langsam bewusst geworden, dass die Sache mit dem Anschlussflug nach Auckland mit ziemlich hoher Wahrscheinlichkeit in die Hose gehen wird. Nun ja – trotz dessen, dass der Anschlussflug auch Verspätung hatte, war es nicht mehr möglich ihn zu schaffen. Pech gehabt! Etwas planlos watschelte ich also aus dem Flugzeug und wurde dann von einer netten Dame am Ende des Gates empfangen. Sie hat mir und einer anderen Frau, die ebenfalls nach Auckland wollte dann einen Zettel in die Hand gedrückt. Hmmm… eine kostenlose Nacht in einem Hotel? 50 Doller für Abendbrot und weitere 30 Doller fürs Frühstück und ein neuer Flug morgen früh um 9:30? Es hätte schlimmer kommen können 😉 Da wir nun ja aber vorerst doch nach Australien einreisen mussten, blieb uns sowohl die Passkontrolle als auch die Biokontrolle nicht erspart. Zunächst gab es Probleme mit meinem Pass, weil die Beamten dachten, dass ich kein Visum für Australien hätte, bei ihnen im Comptuer aber eines angezeigt bekommen haben (logisch, vorsichtshalber habe ich auch mal eins beantragt). So wurde ich kurzer Hand, begleitet von zwei Polizeiofficern mit MP ausgestattet, in einen seperaten Raum begleitet. Das Ganze war aber halb so wild. Die andere Dame, die übrigens aus Düsseldorf kommt, aber seit 7 Jahren in Neuseeland lebt und arbeitet, hatte da schon deutlich größere Probleme, weil ihr Visum gänzlich abgelaufen ist. Wir haben uns trotzdem die ganze Zeit auf Englsich verständigt, weil wir erst im Hotel dazu kamen, zu fragen, woher der andere eigentlich kommt 😉
Die Biokontrolle verlief ohne große Schwierigkeiten und war nach ewig langen Wegen dann relativ schnell abgehakt – endlich – denn ich hatte mittlerweile ordentlichen Druck auf der Blase! Durch ziemlich starke Turbulenzen gegen Ende des Fluges waren die Toiletten eine ganze Weile gesperrt…UPS.
Ich staunte nicht schlecht, als sich die super eindrucksvolle, beleuchtete Skyline von Brisbane vor meinen Augen auftat, als ich das Terminal verließ. Die Temperaturen waren mit 20°C auch echt super angenehm. Nach einer halben Stunde Wartezeit kam dann auch endlich das Shuttle zum Novotel, wo mich Etihad eine Nacht eingebucht hatte. Der Check In verlief problemlos, auch wenn ich mir in so einem schicken Hotel etwas komisch mit Jogginghose und fetten Wanderstiefeln vorkam xD Etihad hatte mich in ein Doppelzimmer eingebucht, dessen Betten einfach mal für drei Mann ausreichend gewesen wären – krass. Im Bad fand ich ein paar super nachhaltige Pflegeprodukte, die allesamt Fair Trade und vegan waren. Außerdem wurde ich sogar persönlich durch einen Monitor in meinem Zimmer begrüßt. Ich machte es mir gemütlich und versuchte ein wenig zu schlafen. Das mit dem gemütlich hat zwar geklappt aber schlafen war dann doch eher schwierig, weil ich im Flugzeug schon recht viel geschlafen habe.
Da wir auf dem Weg nach Brisbane schon dermaßen viel Essen bekommen haben, hatte ich absolut keinen Hunger mehr und deshalb die 50 Doller Abendessen gar nicht genutzt. Dafür war aber das Frühstück umso besser. Es gab sogar vegane Milchalternativen, was super cool war! Allerdings habe ich meinen Heißhunger auf Obst mit Melone, Litschi und Pfirsich gestillt und anschließend noch ein Toast verdückt um nicht gleich wieder Hunger zu bekommen 😉

Mein neuer Flug mit Virgin Australia hatte – wie konnte es anders sein – über zwei Stunden Verspätung. „Naja, micht stresst ja nichts mehr.“ dachte ich…

Zwar gab es erst ein paar Probleme beim Check In, weil der Flug überbucht war, aber so wie es der Zufall wollte, hat im richtigen Moment noch eine andere Person stoniert, sodass ich den Flug doch noch bekommen habe. Erstaunlicherweiße gab es im Flugzeug wieder etwas warmes zu Essen und tatsächlich konnte ich selbst bei dieser Billigairline zwischen drei Mahlzeiten, darunter auch eine vegane, auswählen – sehr nice!

Nach kanpp vier Stunden über dem Meer, tauchte dann das ersähnte Festland unter uns auf – endlich. An der Biokontrolle musste ich mal wieder meine Schuhe zeigen und den Beamten erklären, dass ich meinen Schlafsack noch nie zuvor auf fremder Erde benutzt habe. Kompliziert wurde es aber dann mit dem Vitamin B12, was ich vorsichtshalber mit dabei hatte und der Vorrat definitiv länger als nur für 3 Monate groß war. Der Beamte hat mich kurzerhand zu einer Art „Zollstelle“ geschickt, wo vor mir unzählige Menschen mit vielen Stangen Zigaretten oder anderen Kuriositäten standen. Ehrlich gesagt wusste ich gar nicht, was ich da jetzt soll, denn im Grunde hatte ich rein gar nichts zum verzollen dabei. Als der Beamte schließlich meinen Einreisezettel inspiziert hatte, wechselten wir ein paar kurze Blicke. Dann fragte er mich, ob ich Mahriuana oder andere Drogen dabei hätte. Ja ne, auf jeden Fall! Natürlich habe ich das verneint und dennoch kam im Anschluss eine Frau mit zwei Hunden zu mir, die zielstrebig sowohl auf mir, als auch auf meinem Gepäck ihren Sabber hinterliesen! Nachdem ich einmal erfolgreich durchgeschnüffelt wurde, mein Herz bei 3000 Umdrehungen pro Minute angelangt war und ich nun endlich alle Kontrollen überstanden habe, durfte ich das Flughafengebäude endlich verlassen. Okey – was heißt „endlich“, denn draußen erwartete mich Sturm, Regen und Eiseskälte…nichts wie weg hier! Aber nicht wieder nach Australien, sondern rein ins Großstadtgetümmel 🙂
Tja, ich habe keine Ahung, ob dieser „Weg“ in Unbekannte überhaupt in irgendeiner Form spannend für euch ist. Doch für mich ist es alle Mal eine Erinnerrung, weshalb ich die ersten Tage und Stunden auch so ausführlich dokumentiert habe. Im nächsten Beitrag erfahrt ihr, wie die ersten Tage in Auckland verlaufen sind und, wash hier wirklich skuril ist!
Hallo Manuel,
Finde ich super, dass du dein Abenteuer hier so ausführlich beschreibst. Man bekommt fast das Gefühl, selbst mit zu reisen. Wir wünschen dir viel Spass und die nötige Portion Glück! Sind schon auf die Fortsetzung gespannt. Viele Grüße Michael
P.S. Die Fotos nicht vergessen!
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