Hey Ihr,

ich hoffe es geht euch gut! Heute will ich euch einfach mal ins Jetzt holen damit ihr „up to date“ seid. Also viel Spaß 🙂

Auf Instagram und Facebook habe ich eine Story angekündigt, die wir hier vor wenigen Tagen erlebt haben und ich unbedingt mit euch teilen möchte!

Samstag, 19:00: Wir sind gerade mit dem Essen fertig geworden und wollen spülen – es gab unseren köstlichen „Dosenwahnsinn“. So haben wir ein sehr nahrhaftes, aber schnelles Gericht aus Bohnen, Kokosmilch und Nudeln getauft. Ich kippe ein paar Tropfen – meistens zu viel – Spülmittel in die Schüssel und will gerade Wasser holen, als ein blau-silberner Nissan auf den Parkplatz rollt. Auf dem Beifahrersitz tront ein Hund, größer als ich. Der Fahrer – wir nennen ihn „The Terminator“ – steigt mit Sonnenbrille, Lederjacke und einer blauen Schüssel unter dem Arm aus dem Auto aus. Der weiße Killerhund folgt ihm und schlendert über den Platz. Da wir in letzter Zeit ein paar unanhenehme Begegnungen mit freilaufenden Hunden – vor allem großen – hatten, setzten wir uns hinten auf das Bett von Mr Mato, der keine 10 Meter von dem Typ entfernt geparkt steht. Wir beginnen die Situation zu beobachten und stellen fest, dass der Kerl ein gewaltiges Problem hat. Frustriert läuft er wild umher und kickt dabei den gemähten Rasen, Stöcke und Steine durch die Gegend. Ein Bier nach dem Anderen verschwindet in seinem Schlund. Als er den Weg zurück zum Auto gefunden hat, beginnt er Scheine auf der Motorhaube zu zählen. Er flucht und schimpft – schaut panisch umher. Kurz darauf kommt ein schwarzer Volvo mit quietschenden Reifen neben „The Terminator“ zum stehen. Ein Mann, ebenfalls Lederjacke und Stahlkappenstiefel, steigt aus dem Fahrzeug und pinkelt erstmal vollkommen unerschrocken an den nächsten Mülleimer. (Das Klo befindet sich wohlgemerkt nur 1 Meter vor ihm!) Er scheint nicht minder frustireirt als der andere. Sie fangen an lautstark zu diskutieren – zu schimpfen. Sie machen einen aggressiven Eindruck. Immer wieder fallen die Worte „I want a fucking streetfight!!“ Uns wird die ganze Situation irgendwie ein bisschen viel. In meinem Kopf schmieden sich die ersten Evakuierungspläne. Das Problem: Unser dreckiges Geschirr steht noch draußen, unsere Stühle auch und man kommt von hinten nicht ins Fahrerhaus. Die beiden Typen gehen eine kleine Runde und Helena verstaut vorsichtig alle Sachen im Auto, während ich Schmiere „schaue“. Sie kommen zurück und der Killerhund auch – scheiße. Wir hocken beide wieder im Auto und beobachten, wie die Situation immer mehr zu eskalieren droht. Wir wollen einfach nur noch weg hier. Dummerweise befindet sich unsere Schiebetür auf der falschen Seite und macht auch ziemlich laut. Ich nutze die Gunst der Sekunde, als leichter Regen die beiden Typen in ihre Fahrzeuge treibt, klettere durch unser 40×40cm großes Schiebefenster, öffne geduckt und lautlos die Fahrertür und glühe den Motor drei mal vor – immer in Deckung von Mr Mato. 1…2…3. Ich springe ins Auto, Gang rein, Kupplung treten, Motor an, Handbremse los und Vollgas! Helena sitzt hinten mit dem dreckigen Geschirr auf dem Schoss und wird ordentlicher durch-geschüttelt. Links und rechts sind noch die Fenster offen. Es regnet ins Auto. Mist! Ich biege in eine dunkle Ecke ein und wir stellen erstmal normale Fahrtbedingungen her. Puhhh – die Flucht ist geglückt!

Diese kleine Story erstmal am Rande. Wir sind ziemlich erschrocken auf dem neuen Stellplatz angekommen und haben uns erstmal extra viel von unserer alltäglichen Belohnungsschokolade gegönnt. Jetzt hole ich euch aber erstmal in das hier und jetzt, denn seit dem letzten Blogbeitrag sind unfassbar viele Tage vergangen.

Der Grund für meine lange Abwesenheit hier ist eigentlich ziemlich einfach. Wir arbeiten seit ca. 7 Wochen von 7:00 bis (meistens) 17:30 auf den verschiedensten Kiwifarmen. Frühs klingelt der Wecker um 4:50 und abends klingelt nur noch der Schädel. Nun ja, dafür verdienen wir an einem Tag ohne Regen oder sonstigen Unterbrechungen etwa 160$, was umgerechnet etwas 85€ sind. Das ist im Grunde ganz gut, allerdings mussten wir bisher fast eine ganze Woche aussetzen, weil zu viele Bienen auf den Feldern unterwegs waren. Und an manchen Tagen hat uns auch der Regen einen Strich durch die Rechnung gemacht. Wir hoffen aber, dass wir unser finanzielles Ziel von insgesamt ca. 4-5000$ trotzdem noch erreichen.

Wie und was wir so auf den Feldern machen, will ich euch später mal erzählen, denn aktuell sitzen wir in einer Library und warten darauf, dass mein Ersatzhandy genug Strom hat, um es einzurichten. (Mein altes Handy gibt leider langsam den Geist auf ;(

An sich ist die Arbeit zwar echt nicht schwer, aber super langweilig, was sie doch auf gewisse Art und Weise schwer macht. Diese Langeweile zu ertragen ist nichts für schwache Nerven, denn 10 Stunden völlige Leere führt irgendwann zu einer Art Gedankenwahnsinn in der Denkzentrale. Zum Glück dürfen wir Musik hören, was allerdings dazu führt, dass ich meine Musikplaylist jetzt schon ungefähr 30 Mal komplett durchgehört habe. Dafür habe ich jetzt endlich mal Podcasts für mich entdeckt! Das ist echt super, weil ich da parallel zum Geld verdinenen sogar noch eine ganze Menge lernen kann. Deshalb ist der Job gar nicht so schlimm, denn es gibt eine ganze Menge Podcast von coolen Leuten nachzuholen. Kleines Beispiel gefällig?

In den letzten sieben Wochen habe ich ca. 200 „Bewohnerfrei-Podcasts“ von Tobias Beck angehört. Ich weiß nicht, wie er es schafft, aber sie werden nie langweilig!! Wenn ich könnte, würde ich mich höchstpersönlich bei ihm bedanken gehen, dafür, dass er mir jeden einzelnen Farmtag „versüßt“ hat 😉 Danke.

So viel erstmal dazu. Ich werde unten eine kleine Bildergalerie anhängen, damit ihr ein paar Eindrücke in Bildern bekommt 🙂

„Unser erster Wasserfall – Bridal Veel Falls“
„Hot water beach südlich von Auckland – vereinzelt ist der Sand super heiß unter den Füßen und wenn man ein wenig buddelt, kann man in 38°C+ heißem Wasser baden.“
„Sonnenuntergang bei Mangakino auf dem Weg zum berühmten Lake Taupo.“
„Mr. Mato im Schein der goldenen Stunde – unser Lieblingsstellplatz während der Arbeit.“
„Huka Falls bei Lake Taupo – beeindruckende Wassermassen!“

Das wars für heute und ich wünsche euch eine tolle Weihnachtszeit!! Ciao!

Veröffentlicht von Manu

Mit dem Baujahr 2001 bin ich in meiner Branche noch ziemlich frisch - praktisch noch ein Neuwagen. Den ein oder anderen Ölwechsel durfte ich schon erleben, wobei mir mein Motor von Zeit zu Zeit einige Probleme bereitet. Aus diesem Grund existiert auch dieser Blog, denn ich möchte euch an der Reperatur teilhaben lassen und das Wissen, was ich mir dazu täglich aneigne mit euch teilen, damit auch Ihr effiziente und erfolgreiche Mechaniker eurer selbst werden könnt. Meine Betriebssoftware macht hingegen einen sehr soliden Eindruck und entwickelt sich immer weiter. Vielleicht ist sie eines Tages in der Lage, sich selbst zu reparieren, heilen und zu pflegen.

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  1. Avatar von Unbekannt

1 Comment

  1. Wie gut, dass Ihr heil dieses Abenteuer gemeistert habt. Und … tolle Fotos zum weg- und hinträumen.

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